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Der Dritte Weg (III. Weg)

© LfV Sachsen

Ideologisch orientiert sich die Partei am historischen Nationalsozialismus. Das Parteiprogramm der Partei Der Dritte Weg und dasjenige der NSDAP verbindet der biologistische Volksbegriff. Nach dem NSDAP-Programm konnte nur derjenige „Volksgenosse“ sein, der „deutschen Blutes“ war. Entsprechend fordert die Partei Der Dritte Weg in ihrem Programm „die Erhaltung und Entwicklung der biologischen Substanz des Volkes“ und die „Beibehaltung der nationalen Identität des deutschen Volkes“, die es vor Überfremdung zu schützen gelte. Eine solche ethnisch-homogene Volksgemeinschaft ist nicht vereinbar mit den Grundrechten.

Die Partei nimmt in ihren Äußerungen immer wieder Bezug auf den Nationalsozialismus. In ihrer Veröffentlichung „Der Nationalrevolutionär - Handbuch für Aktivisten unserer Bewegung“ (2019) werden diese ideologischen Grundzüge dargelegt. Auf insgesamt 164 Seiten werden Handlungsanweisungen zum Umgang mit der politischen Arbeit sowie zum Engagement der jeweiligen Parteimitglieder formuliert. Betont wird in diesem Zusammenhang auch das demokratiefeindliche Selbstverständnis der Partei. So heißt es:

„Daher muss unsere nationalrevolutionäre Bewegung vom ersten bis zum letzten Tag stets eine Bewegung von radikalen, politischen Revolutionären sein. Wir erkämpfen unsere Revolution nicht mit dem Bürgertum, sondern auf den Trümmern der morschen Welt und Moralvorstellungen desselben.“

Weiter heißt es: „Unsere Bewegung will Deutschland nationalrevolutionär verändern.“ Ziel der Partei ist der „fortschrittlich sozialistische und völkische Staat“. Man wolle eine „völkisch geprägte Gegenkultur“ aufbauen. Dazu soll die Partei nach und nach wachsen, um dann „wenn die Masse für einen Moment den Glauben an das System [Anm.:d. h. die demokratische Verfasstheit des derzeitigen Staates] verliert, gewappnet zu sein für die Übernahme dieser Menge“.

Sich selbst sieht die Partei verklausuliert als nicht gewaltabgeneigt: „Wir streben also einen gewaltlosen politisch kulturellen Wechsel an. Allerdings lehnen wir nicht das uns als Vorwurf entgegengebrachte Attribut „gewaltbereit“ ab. Jeder Mensch ist ab einem gewissen Grade „gewaltbereit“, spätestens wenn es um die Verteidigung seiner selbst oder seiner Familie in einer Notwehrsituation geht, muss man bereit sein, Gewalt aus Gründen des Selbstschutzes anzuwenden.“

Die Partei arbeite auf den „Tag X“ hin und will diesen nicht erhoffen, sondern erkämpfen. In den Aussagen zum Selbstverständnis des Parteimitgliedes finden sich folgende Aussagen: „Deshalb sind wir bewusst politische Soldaten“. oder: „Daher lautet das Gebot jedes Nationalrevolutionärs: Kämpfe!“

Ihre geschichtsrevisionistische Orientierung belegt die Partei u. a. mit Gedenkveranstaltungen für die deutschen Bombenopfer, welche zur Verharmlosung der nationalsozialistischen Angriffskriege und Verbrechen instrumentalisiert werden.

Die Partei versteht sich als „nationale Bewegung“ mit „ganzheitliche(r) Organisation“. Sie verfolgt die drei Tätigkeitsfelder „Politischer Kampf“, „Kultureller Kampf“ sowie „Gemeinschaft“. Zum „politischen Kampf“ gehören u. a. der Aufbau von Strukturen, Demonstrationen, Kundgebungen, Verteilaktionen sowie der „Antritt als wahlpolitische Initiative“. Der „kulturelle Kampf“ bezieht sich auf die Brauchtumspflege. Der „Kampf um die Gemeinschaft“ beinhaltet die Aspekte „gelebte Gemeinschaft“, „Nachbarschaftshilfe“, „gemeinsame Freizeitgestaltung“ und „sportliche Zusammenkünfte“.

Gleichzeitig ist die Partei bestrebt, durch attraktiv scheinende Angebote, vor allem auf sozialem Gebiet, auch Menschen außerhalb der rechtsextremistischen Szene zu erreichen und so in die bürgerliche Mitte hineinzuwirken:

„Wir kommen unmittelbar an den Bürger heran und können unsere Botschaften direkt und ungefiltert transportieren. Wir machen auf uns aufmerksam (…) und nach innen verstärken wir das Gefühl der Stärke und Geschlossenheit“, so im Handbuch der Partei zu lesen.

Demselben Ziel dient auch die Instrumentalisierung des Themas „Umweltschutz“. So sieht die Partei in einer umweltfreundlichen Politik eine Notwendigkeit zur Erhaltung der „Substanz“ des Volkes.

Wesentlicher Teil der Strategie der Partei der Dritte Weg ist der Erwerb und der Ausbau von Immobilien. Mit dem „Partei- und Bürgerbüro“ auf der Lange Str. 5 in Plauen wurde die Partei Der Dritte Weg erstmals mit einer festen Anlaufstelle für die Öffentlichkeit im Vogtlandkreis sichtbar. Seit der Eröffnung fand dort eine Vielzahl an internen und öffentlichen Veranstaltungen der Partei statt. Da dieses Objekt für all jene Aktivitäten zu klein geworden war, wurde am 1. Mai das zweite Partei- und Bürgerbüro auf der Pausaer Str. 130 in Plauen eröffnet.  Mit der Eröffnung einer weiteren Immobilie wird die Expansion der Partei sichtbar. Darüber hinaus baut sie damit ihre Aktionsmöglichkeiten im näheren Umfeld von Plauen, im Freistaat Sachsen und – aufgrund des Schwerpunktes der Partei in Sachsen – auch bundesweit aus.

Die vier sächsischen Stützpunkte sind dem „Gebietsverband Mitte“ zugeordnet. Hierzu gehören die Bundesländer Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin mit insgesamt zehn „Stützpunkten“.

Der „Stützpunkt Vogtland“ umfasst regional Gebiete von Bayern, Thüringen und Sachsen. Der „Stützpunkt Mittelland“ die Städte Leipzig, Halle, Merseburg und das Umland. Nach eigenen Angaben vereint der „Stützpunkt Westsachsen“ als Aktionsraum das Gebiet Erzgebirge sowie die Städte Zwickau, Chemnitz und deren Umland. Der „Stützpunkt Mittelsachsen“ umfasst das Gebiet Mittelsachsen.

Durch die Eröffnung eines zweiten „Partei- und Bürgerbüros“ in Plauen (Pausaer Str. 130) hat die Partei ihre Aktionsmöglichkeiten im Umfeld Plauens, aber auch im gesamten Freistaat Sachsen, ausgebaut.

Europa-, Kommunal- und Landtagswahlen

In der ersten Jahreshälfte des Jahres 2019 warb die Partei mit Kundgebungen, Informationsständen, Plakatierungen und Verteilaktionen für ihre Kandidaten in Sachsen und Thüringen. Der Höhepunkt der Wahlwerbeveranstaltungen war die 1. Mai-Demonstration in Plauen mit ca. 500 Teilnehmern.

Das Motto der 1. Mai-Demonstration lautete „Soziale Gerechtigkeit statt kriminelle Ausländer!“ und wies ein hohes Niveau an rechtsextremistischen Ideologieelementen auf – versteckt unter dem Deckmantel sozialer Hilfe und gelebter Gemeinschaft. Die Reden der rechtsextremistischen Protagonisten der Partei sollten die Demonstrationsteilnehmer bestärken, ein „starkes Zeichen gegen die Unterdrückung durch das Kapital und die voranschreitende Überfremdung zu senden.“

Trotz der zahlreichen Werbeveranstaltungen bei den Stadt- und Kreistagswahlen gewann der Kandidat der Partei, Tony GENTSCH, jeweils ein Mandat. Bei der Europawahl konnte sie mit bundesweit 12.822 Stimmen kein nennenswertes Ergebnis erzielen. Von der Teilnahme an den Landtagswahlen wurde sie vom Landeswahlausschuss ausgeschlossen. Zwar war es ihr gelungen, ausreichende Unterstützerunterschriften zu sammeln, jedoch fehlte es mangels Landes- und Kreisverbänden an den erforderlichen strukturellen Voraussetzungen.

Öffentliche Veranstaltungen

Der Schwerpunkt der Aktivitäten lag auf öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen, wie Demonstrationen, Kundgebungen, Informationsständen und Verteilaktionen. Sie dienten auch der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls der Mitglieder und Anhänger. Dabei wird Wert auf die formal korrekte Durchführung gelegt.

  • Bereits seit mehreren Jahren führt die Partei Veranstaltungen unter dem Motto „Kriminelle Ausländer raus“ durch. Inhaltlich soll dem Bürger suggeriert werden, dass der Staat nicht in der Lage sei, die Menschen vor Asylbewerbern zu schützen. Durch die Betonung der von Flüchtlingen und Asylbewerbern ausgehenden Gefahr lenken sie das Augenmerk vordergründig darauf, um von ihrer dahinterstehenden extremistischen Ideologie abzulenken. Damit sollen Vorbehalte gegenüber Asylbewerbern verstärkt und ein Klima der Voreingenommenheit geschaffen werden.
  • Andere bundesweit organisierte soziale Kampagnen (z. B. „Deutsche Winterhilfe“, „Kein Applaus für Tierquälerei!“ und „Tierfutter statt Böller“) haben das Ziel, die Partei weiter bekannt zu machen und neue Parteimitglieder zu werben. Auch möchte sich die Partei durch solche – vorgeblich soziale – Aktivitäten ein Image als „Kümmerer“ geben und von ihrer neonationalsozialistischen Grundhaltung ablenken.
  • Das „Heldengedenken“ zum Volkstrauertag ist für die Partei ein wichtiger Termin, der vor allem der Verbreitung ihres revisionistischen und kriegsverherrlichenden Verständnisses der deutschen Geschichte dient. Für derartige Aktionen werden verstorbene Protagonisten des historischen Nationalsozialismus, wie Rudolf HESS, instrumentalisiert. So fand am 16. November 2019 unter dem Motto „Tot sind nur jene, die vergessen werden!“ eine Demonstration mit ca. 200 Teilnehmern, zumeist Parteimitgliedern, in Wunsiedel (BY) statt.

Außerdem veranstaltet die Partei regelmäßig sogenannte „Interessentenabende“ zur Mitgliederwerbung.

Nicht öffentliche Veranstaltungen

Auf ihrem 6. Bundesparteitag am 28. September 2019 in Kirchheim (Thüringen) wurde der Bundesvorstand der Partei neu gewählt. So kann sie ihre Parteieneigenschaft weiterhin offiziell nachweisen.

Die Partei organisierte eine Vielzahl interner, gemeinschaftsbezogener Veranstaltungen. Sie dienen der Festigung der „inneren Gemeinschaft“, aber auch der Propagierung der parteieigenen Ideologie. So richtete die Partei „Zeitzeugenvorträge“ unter dem Motto „Stimmen der Bewegung“ in Plauen und Chemnitz aus. Des Weiteren fanden Schulungsveranstaltungen für Mitglieder und Führungspersonen statt.

Um Jugendliche für die Partei zu gewinnen, wurde im Februar 2019 die „Arbeitsgruppe Jugend“ gegründet. Diese bietet ein speziell zugeschnittenes Programm, wodurch interessierte Jugendliche möglichst früh in die Parteiarbeit eingebunden und ideologisch indoktriniert werden sollen. Weiterhin bot die schon seit 2018 bestehende Arbeitsgruppe „Körper & Geist“ Selbstverteidigungskurse u. a. für Kinder und Frauen an.

Die Partei Der Dritte Weg ist weiterhin die aktivste rechtsextremistische Parteistruktur in Sachsen. Aufgrund ihrer neonationalsozialistischen Ausrichtung erfreut sie sich höchster Attraktivität innerhalb der neonationalsozialistischen Szene. Mit ihrer gefestigten Ideologie geht auch ein hohes Niveau an Aktivitäten einher. Gleichzeitig verfolgt die Partei eine aktive Anschlussstrategie an bürgerliche Kreise und wirbt mit Sozialaktivitäten und Jugendpflege um neue Mitglieder und um Akzeptanz in der Bevölkerung.

Da der Schwerpunkt der Partei in Sachsen liegt, haben die sächsischen Mitglieder der Partei auch bundesweit ein hohes Gewicht.

2019 arbeitete die Partei vor allem daran, ihre Strukturen auszubauen und ihr Veranstaltungsniveau zu halten. Weiterhin bediente sie vor allem soziale Themen und die Asylthematik („Kriminelle Ausländer raus“).

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