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YOUNG STRUGGLE LEIPZIG (YS LEIPZIG).

Sitz Leipzig
Gründung 2022
Internetauftritt Instagram Account
Personenpotenzial/
Mitgliederentwicklung
  2025 2025
Sachsen ca. 15 ca. 15

 

Kurzporträt/Ziele

Bei YS Leipzig handelt es sich um einen Personenzusammenschluss, der seit
November 2022 in Leipzig agiert und dem Bundesverband Young Struggle (YS)
zugehörig ist. YS Leipzig ist Bestandteil der Jugendorganisation der türkischen
Marxistischen Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP). Die Anhänger von YS
Leipzig sehen sich selbst als revolutionäre Jugendliche in einer sozialistischen
Jugendorganisation. Dabei bedienen sie spektrenübergreifend die Themen
Antikolonialismus, Antiimperialismus, Antimilitarismus, Antifaschismus, Anti­
kapitalismus sowie Palästina- und Kurdistan-Solidarität.

YS Leipzig verfolgt das ideologische Ziel, das politische System überwinden und
an dessen Stelle den Sozialismus implementieren zu wollen. Dabei soll eine
revolutionäre Bewegung den Kapitalismus ablösen. Der Sozialismus als Über­
gangsphase in der marxistisch-leninistischen Ideologie soll letztlich in eine
klassenlose, kommunistische Gesellschaft münden.

Kapital der Gruppierung ist ihre Vernetzung mit linksextremistischen Grup­
pierungen, wie beispielsweise der Kommunistischen Organisation (KO), der
Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) sowie der Gruppe Arbeiterinnenmacht
(GAM).

Relevante Ereignisse und Entwicklungen 2025

Am 3. Februar 2025 blockierte u. a. YS Leipzig die CDU-Kreisgeschäftsstelle in
der Mädler-Passage. Etwa 25 Personen mit Atemschutzmasken führten eine
Sitzblockade durch und skandierten Parolen wie »CDU, BRD – langer Arm der
AfD!« und »Ihre Brandmauer gab es nie – Feuer und Flamme der Bourgeoisie!«.

Als Reaktion auf eine gewaltsame Auseinandersetzung mit 20 Personen wäh­
rend einer Filmvorführung von »Young Struggle Paris« am 16. Februar 2025
rief der Bundesverband Young Struggle deutschlandweit zu Solidaritätsveran­
staltungen auf. Der Leipziger Ableger leistete dieser Aufforderung Folge, indem
am 17. Februar 2025 eine Demonstration abgehalten wurde, bei der Fahnen
von Young Struggle und der »Kommunistischen Jugendorganisation« (KGÖ) der
MLKP sowie Banner mit Aufschriften wie »Antifa heißt Klassenkampf« und
»Unsere Zukunft ist der Sozialismus« mitgeführt wurden.

Weiterhin organisierte YS Leipzig am 25. Juni 2025 eine Gegenveranstaltung
anlässlich der Eröffnung der Außenstelle Neustadt-Neuschönefeld des Polizei­
reviers Leipzig-Zentrum. Die Teilnehmer positionierten sich in Sichtweite der
neuen Außenstelle und äußerten sich ablehnend gegenüber der Polizei, die sie
nicht als Sicherheitsgaranten, sondern als Ursache für »rassistische Kontrollen«
und »Gewalt gegen Jugendliche« wahrnähmen. Dies wurde durch das Zerreißen
von Polizeiflyern, das Abbrennen von Papier-Polizeiautos und die Verkleidung
eines Teilnehmers als Polizei-Maskottchen mit Schlagstock verdeutlicht. Im
Nachgang wurde ein Video veröffentlicht, das polizeifeindliche und gewalt­
verherrlichende Aussagen enthielt, beispielsweise: »Ich hasse jedes Bullen­
schwein« und »Werfe Steine, zünd’ Bengalos auf ’ne Wanne und Beamte«.

 

Für die Marxistische Leninistische Kommunistische Partei (MLKP) ist in Europa und Deutschland Young Struggle aktiv. Trotz des türkischen Ursprungs der »Mutterpartei«, gelingt es Young Struggle, wegen der breiten thematischen Aufstellung junge Deutsche als Mitglieder zu gewinnen. Neben der traditionellen Kurdensolidarität bedient die Gruppierung schließlich auch gesellschaftlich anschlussfähige Themen wie Palästinasolidarität, Antikolonialismus, Antiimperialismus, Antifaschismus, Antimilitarismus und Antikapitalismus. Diese Themen werden auch von Linksextremisten besetzt. Die Anhänger von YS Leipzig sehen sich selbst als revolutionäre Jugendliche in der sozialistischen Jugendorganisation der MLKP. Ziel ist letztendlich die Implementierung des Sozialismus als Herrschaftsform. Auch nicht extremistische Themenfelder, wie beispielsweise Sexismus, Umweltschutz und LGBTQ+-Feindlichkeit, sind Teil der programmatischen Ausrichtung.

Die Ortsgruppe YS Leipzig ist regional in der Stadt Leipzig ansässig und untersteht dem Bundesdachverband Young Struggle. Sie ist damit Bestandteil der Jugendorganisation der extremistischen türkischen Marxistischen Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP).

Im Mittelpunkt der Bemühungen von YS Leipzig steht die Mitgliederwerbung mit dem Ziel, eine höhe-
re Reichweite zu generieren. So werden verschiedene Formate, wie Wanderungen, offene Treffs und
Informationsveranstaltungen, angeboten, um potenziell interessierte Personen für die Belange der
Gruppierung gewinnen zu können. Je schneller sie wächst, umso größere Wirkmacht in Bezug auf
die Verbreitung ihrer verfassungsfeindlichen Agenda kann sie schließlich generieren.

Die thematische Ausrichtung gibt dabei häufig der Young Struggle Bundesverband mit seinen
deutschlandweiten Kampagnen vor.

Die ideologischen Ziele sollen durch eine »revolutionäre Kultur« erreicht werden. Diese soll in
Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ortsgruppen von Young Struggle gebildet werden. YS
Leipzig veranstaltete im Berichtsjahr in diesem Zusammenhang regelmäßig Aufzüge, Informations-
veranstaltungen und offene Treffs. Die eigenen Veranstaltungen sind in der Regel durch Fahnen der
YPG/YPJ und MLKP gesäumt. Zudem wird dort regelmäßig Märtyrern, die bei Kampfhandlungen in
Rojava starben, gedacht. Die Teilnahme an Veranstaltungen des Young Struggle-Bundesvorstandes,
wie beispielsweise am 11. Young Struggle-Kongress in Frankfurt am Main (Hessen), sorgte auch im
Berichtsjahr für eine Vernetzung der elf bundesweiten Ortsgruppen und sicherte die Festigung ideo-
logischer Ansichten.

YS Leipzig unterstützte entsprechend der Vorgaben des Dachverbandes Young Struggle Deutschland und
Young Struggle Europa die »Global Sumud Flotilla«177, indem mehrere Beiträge über diese Aktion über
den Instagram-Kanal von YS Leipzig geteilt bzw. verbreitet wurden.

Die weitreichende Vernetzung von YS Leipzig wurde im Berichtsjahr durch die regelmäßige Teilnahme
an Veranstaltungen mit dem Handala e. V., dem Kommunistischen Aufbau (KA) und der Föderation Klassen-
kämpferischer Organisationen (FKO) deutlich.

YS Leipzig lief im Übrigen anlässlich des Demonstrationsgeschehens am 1. Mai in Leipzig im internati-
onalistischen Block mit und übte somit den Schulterschluss mit der Kommunistischen Organisation (KO)
und der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD).

Am 6. Juli 2025 lud YS Leipzig zu einem Vortrag in Gedenken an einen zu Tode gekommenen Gene-
ralsekretär der »Communist Party of India« (CPI). Mit dem auf Instagram veröffentlichten Text zur
Veranstaltung wurde explizit ein »Volkskrieg« verherrlicht und für unterstützenswert befunden. Des-
sen »Helden« wurden derart glorifiziert, dass dies die Anwendung von Gewalt und den bewaffneten
Kampf ebenfalls guthieß.

Zudem bot YS Leipzig niedrigschwellige Aktionen, wie Lesekreise, Barbesuche oder gemeinsame Koch-
aktionen, an. Dabei stand zunächst nicht die Verbreitung der ideologischen Ansichten im Vorder-
grund, sondern stattdessen die Werbung neuer Mitglieder. In Leipzig-Schönefeld befindet sich das
zentrale Treffobjekt der Gruppierung, das im Berichtsjahr neu eröffnet wurde.

Im Protest- und Versammlungsgeschehen nach den Hamas-Terrorangriffen gegen Israel und zum
danach einsetzenden Gaza-Krieg zeigte sich YS Leipzig als aktiver extremistischer Akteur hinsichtlich
der Mobilisierung zu, Organisation von und Teilnahme an pro-palästinensischen Versammlungen
und spektrenübergreifenden Vernetzungstreffen. Die Gruppierung agierte im Übrigen regelmäßig
gemeinsam mit Dogmatischen Linksextremisten. Durch die Vermischung von extremistischen und nicht
extremistischen Ansichten versucht YS Leipzig, seine Narrative zu legitimieren und gesellschaftlich
anschlussfähig zu gestalten. Dabei bedient die Gruppierung Themen, die weit über den Nahost-
Konflikt hinausgehen und insbesondere für junge, aktionsorientierte Menschen anschlussfähig sind.
So bedient YS Leipzig zum Beispiel das Thema Antirepression, indem die angebliche Gewalt von Poli-
zisten gegen Jugendliche oder Ausländer angeprangert und im Gegenzug zu Gewalt gegen Polizisten
aufgerufen wird.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass YS Leipzig durch eine Kombination aus universitärem
Engagement, ideologischer Arbeit, hohem Aktionspotenzial und der Eröffnung eines eigenen Treff-
objekts eine wichtige Rolle innerhalb der bundesweiten und europäischen Young Struggle-Bewegung
spielt und sich zudem in den lokalen Gruppierungen des auslandsbezogenen Extremismus bzw. des
Linksextremismus als fester »Partner« etabliert hat.

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