HANDALA E.V.
| Sitz | Leipzig | ||||||
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| Gründung | 2022 | ||||||
| Vorsitzende | Katja JANSSEN und eine weitere Person | ||||||
| Auflösung | 15. Dezember 2025: Auflösung des Handala e. V. und Umbenennung in Handala Leipzig |
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| Internetauftritt | Social-Media-Kanäle (Facebook, Instagram) sowie die eigene Webseite | ||||||
| Personenpotenzial/ Mitgliederentwicklung |
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| Finanzierung | Mitgliedsbeiträge, Spendensammlungen bei Veranstaltungen und über Crowd funding-Plattformen |
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| Kurzporträt/Ziele |
Beim Handala e. V. handelt es sich um einen bis zum 15. Dezember 2025 ein Der Verein will die öffentliche Wahrnehmung des Nahostkonfliktes aktiv zu |
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Relevante Ereignisse und Entwicklungen 2025 |
Im Berichtsjahr lassen sich die ideologische Ausrichtung, die strategischen Den ersten ideologischen Schwerpunkt bildete die Veranstaltung am 16. Ja Ein zweiter zentraler Bezugspunkt war die Veranstaltung am 22. März 2025, Flankiert wurden diese beiden Schlüsselveranstaltungen durch weitere Treffen Laut Vereinsregister hat sich der Verein am 15. Dezember 2025 aufgelöst. Der |
Im Zuge einer Demonstration am 15. Mai 2021 anlässlich des Jahrestages der Nakba schlossen sich Palästinenser und palästina-solidarische Menschen in Leipzig zusammen. Am 15. März 2022 gründete sich daraus der Handala e. V. Nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 trat der Verein regelmäßig mit antisemitischen Äußerungen öffentlich auf.
Der Handala e. V. war bis zum 15. Dezember 2025 ein eingetragener Verein mit Sitz in Leipzig. Darüber
hinaus wurden dem LfV Sachsen im Berichtsjahr keine weiteren verfestigten Strukturen im Freistaat
Sachsen bekannt. Trotz der Vereinsauflösung kann ein inhaltliches Wirken der ehemaligen Vereins-
mitglieder weiterhin festgestellt werden. Kennverhältnisse und Bündnisstrukturen des Handala e. V.
scheinen nicht aufgehoben zu sein. Somit agiert das personelle Umfeld fortan als informeller Per-
sonenzusammenschluss.
Die einseitige Auseinandersetzung mit dem Thema Palästina und dem Nahostkonflikt prägt den Handala e. V. Der Verein stellt den Konflikt stark vereinfacht in einer Schwarz Weiß Denkweise dar. So werden Israel als weißer Kolonialstaat und die Palästinenser als nicht weiße Opfer stilisiert. Handala e. V. betrachtet sich selbst als eine antikoloniale Gruppe mit dem Ziel, das historische Palästina vom Staat Israel zu befreien.
In den sozialen Medien und auf Demonstrationen werfen die Mitglieder des Vereins Israel vor, einen »Genozid« an den Palästinensern zu verüben. Dies lässt sich regelmäßig sowohl in Redebeiträgen als auch anhand der Veranstaltungsanlässe erkennen. Durch diesen Vorwurf soll der Staat Israel dämonisiert werden.
Mehrfach solidarisierte sich Handala e. V. mit der islamistischen Terrororganisation Hamas und damit auch mit deren Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 mit über 1.000 Todesopfern. Vereinsmitglieder sprechen in Redebeiträgen hingegen oft vom notwendigen palästinensischen Widerstand, in welchen sie die Taten der Hamas einbeziehen. Außerdem wirft Handala e. V. Israel »Kolonialismus« vor und bezeichnet den Staat als »Siedlerkolonie« oder »Besatzung«. Damit gehen eine Verleugnung der historischen jüdischen Verwurzelung in der Region sowie eine Negierung des Existenzrechtes des Staates Israels einher.
Dem Nahostkonflikt wird durch Handala e. V. darüber hinaus die Schwarz Weiß Denkweise einiger marxistisch leninistischer Theorien übergestülpt. So finden sich unter dem Themenfeld Antikolonialismus und Antiimperialismus auch Verbindungen von Handala e. V. zu Gruppierungen aus dem dogmatischen Linksextremismus.
Der Verein versucht, mit regelmäßigen Kundgebungen öffentlichen Raum einzunehmen. In den Re-
debeiträgen auf den Demonstrationen des Handala e. V. wird regelmäßig die Grenze zum Antisemitis-
mus überschritten. Daneben werden Personen oder Taten der Hamas verherrlicht. Zudem organisiert
der Verein Vorträge und Informationsveranstaltungen zum Thema Palästina.
Weiter arbeitet Handala e. V. häufig mit einem Genozid-Vorwurf gegen den Staat Israel. Dies lässt sich
nicht nur in Redebeiträgen, sondern auch an den gewählten Themen der Veranstaltungen erkennen.
Dabei bezieht sich der Verein weiterhin auf das von Südafrika am 29. Dezember 2023 vor dem
Internationalen Gerichtshof (IGH) eingeleitete Verfahren gegen Israel wegen dessen angeblichen
Verstoßes gegen die Völkermordkonvention in Bezug auf sein Vorgehen im Gazastreifen. Der Handala
e. V. versucht, Israel auf diese Weise in politischer Hinsicht als international isoliert darzustellen. Mit
dem Ziel, Israel auch kulturell und wirtschaftlich zu isolieren, unterstützt der Verein aktiv die BDS
Bewegung. Damit soll der Druck auf die Bundesregierung erhöht werden, die Israel fortwährend
unterstützt.
Zu beobachten ist auch eine zunehmende Netzwerkaktivität des Handala e. V. Dieser engagiert sich
regelmäßig im Raum Leipzig in pro-palästinensischen Aktionsbündnissen auch gemeinsam mit
nichtextremistischen Akteuren, um die Anschlussfähigkeit seiner ideologischen Ziele zu erhöhen.
Auf Bundesebene nutzt der Handala e. V. dafür das Kufiya Netzwerk. Unter der Teilnahme des Handala
e. V. fand vom 24. bis 26. Januar 2025 in der Stadt Leipzig das zweite Treffen des Kufiya Netzwerkes
statt. Dieses Netzwerk fungiert als loser Zusammenschluss verschiedener dogmatischer und teils
extremistischer pro-palästinensischer Gruppierungen und bietet diesen einen geschützten Raum für
Austausch und Netzwerkarbeit. Politisch arbeitende Vereine nutzen häufig Bündnisstrukturen, um
Veranstaltungszugänge, Ressourcen und Reichweite auszubauen. Bündnisse können als formaler
oder informeller Veranstalter auftreten, was für Einzelakteure vorteilhaft ist, wenn sie selbst nicht
über die notwendige institutionelle Anerkennung oder entsprechende Zugangsrechte verfügen.
Im Jahr 2025 führte der extremistische Verein Handala e. V. eine Reihe von Aktivitäten durch, die
einen klaren Bezug zur BDS-Bewegung und eine fortwährende Sympathie für die Hamas widerspie-
gelten. Am 15. Mai 2025 veranstaltete der Handala e. V. eine Demonstration, um der Nakba zu geden-
ken. Hierbei wurde der Staat Israel als »Siedlerkolonie […] auf palästinensischem Boden« bezeichnet.
Auch wurden Visionen eines neuen palästinensischen Staates ohne »Kolonialherren« propagiert. Bei
der Demonstration gegen die Teilnahme der israelischen Verkehrsministerin Miri Regev am Welt-
verkehrsforum in Leipzig am 21. Mai 2025 wurde eben diese als »Völkermörderin« bezeichnet, pro-
palästinensische und BDS-Symbole wurden gezeigt.
Ein weiteres zentrales Ereignis war die Demonstration am 28. Juni 2025, bei der Handala e. V. gegen
Waffenexporte nach Israel protestierte. Hier wurde der Staat Israel als »zionistische Siedlerkolonie«
angeprangert und bewaffneter Widerstand als legitime Reaktion dargestellt. In einem emotionali-
sierten Redebeitrag wurde die Verantwortung Israels für den Konflikt im Gaza-Streifen in einer Art
und Weise dargelegt, die Gewalt als Akt gegen Unterdrückung rechtfertigt. So wurde verlautbart:
»Und wir sagen es immer wieder, auch der Unterdrückte, der zur Waffe greift, bleibt ein Zivilist.«
Anlässlich des zweiten Jahrestages des Beginns des Gaza-Krieges führte Handala e. V. eine Demons-
tration durch. Bis zu 900 Teilnehmer zogen durch Leipzig und verbreiteten eine gewaltverherr-
lichende und antisemitische Rhetorik. In den Redebeiträgen wurde der 7. Oktober als »Jahrestag
des Widerstands« gefeiert. Mehrfach wurde der sog. Widerstand positiv aufgeladen. Gewaltsamer
Widerstand wurde auf diese Weise nicht nur gerechtfertigt, sondern moralisch überhöht. Besonders
deutlich wurde dies in der Forderung: »Die Besatzungsarmee soll ihre Waffen abgeben, nicht unser
Widerstand.«
Diese Veranstaltungen und Aktivitäten verdeutlichen den kontinuierlichen Versuch des Handala e. V.,
die Ideologien der BDS-Bewegung auch in nicht extremistischen Kreisen zu verbreiten und das Agie-
ren der Hamas zu relativieren, während er gleichzeitig eine enge Verbindung zu weiteren extremis-
tischen Spektren pflegt. Die wiederholte Beteiligung an Aktionen gegen Israel und die weitreichen-
de Vernetzung mit linksextremistischen Gruppierungen und international orientierten Aktivisten
machen den Handala e. V. auch wegen seiner Anschlussfähigkeit in die gesellschaftliche Mitte zum
wichtigsten Akteur im Umfeld der pro-palästinensischen Szene im Freistaat Sachsen.
Der Handala e. V. fiel im Berichtsjahr durch zahlreiche Posts in den sozialen Medien sowie durch
Redebeiträge bei pro-palästinensischen Versammlungen in Leipzig auf. Die verfassungsfeindlichen
Narrative nährten sich im Berichtsjahr vorrangig aus der Umdeutung, Verharmlosung oder Legiti-
mierung der Verbrechen der Hamas gegen den Staat Israel. Dieser ist für Handala e. V. das erklärte
Feindbild, der Einsatz von Gewalt gegen seine Bevölkerung deshalb gerechtfertigt. Ferner leugnet
der Verein das Existenzrecht Israels und überschreitet mit entsprechenden Äußerungen regelmäßig
die Grenze zum Antisemitismus. Diese immer wieder öffentlich dargestellte ungebrochene Solida-
risierung mit der Terrororganisation Hamas war im Berichtsjahr immer wieder anschlussfähig auch
für Teile der linksextremistischen Szene. Auffällig ist hierbei die gute Vernetzung des Vereins in Stu-
dentenkreise. Dass pro-palästinensische Gruppierungen bei Studenten Gehör finden, ist allerdings
kein »sächsisches Phänomen«, sondern war seit dem 7. Oktober 2023 weltweit zu beobachten. So
lange der Nahost-Konflikt anhält, ist davon auszugehen, dass das reichweitenstarke Mobilisierungs-
niveau des Handala e. V. über die sozialen Medien anhalten und es dieser verfassungsfeindlichen
Gruppierung weiterhin gelingen wird, immer wieder eine Bühne mit Publikum für die Verbreitung
ihrer israelbezogen antisemitischen sowie gewaltbilligenden Narrative zu find
Das LfV Sachsen geht davon aus, dass die ehemaligen Mitglieder des aufgelösten Handala e. V. ihre
ideologische Arbeit künftig in den aufgebauten Bündnissen u. a. mit Dogmatischen Linksextremisten
fortsetzen werden.