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11.10.2007 - »Globale Islamische Medien-Front« (GIMF)

Die GIMF verbreitet die Ideologie der al-Qaida-Organisation und versucht, für eine Unterstützung des Jihad zu werben.

Die Internetpräsentation der »Globalen Islamischen Medien-Front«

Die »Globale Islamische Medien-Front« (GIMF) ist ein international agierendes Propagandanetzwerk mit verschiedenen nationalen Ablegern. Bekannt sind neben einer deutschsprachigen auch eine englisch- und arabischsprachige Version. Die GIMF verbreitet die Ideologie der al-Qaida-Organisation und versucht, für eine Unterstützung des Jihad zu werben. Selbst Beiträge der al-Qaida-Medienproduktionsfirma »al-Sahab« finden Eingang auf ihre Seiten.

Die deutschsprachige Dependance der GIMF besteht seit etwa zwei Jahren. Sie ist als ein internationales Forum von Internetaktivisten zu bewerten, das Jihad-Propaganda mittels Audio- und Videobotschaften sowie verschiedener Schriften verbreitet.

In das öffentliche Blickfeld geriet das deutschsprachige Forum im März dieses Jahres. Es veröffentlichte eine Videobotschaft, in der mit Anschlägen in Deutschland und Österreich für den Fall gedroht wurde, dass diese Länder ihre Soldaten aus Afghanistan nicht abziehen würden.

Propagandaarbeit

Im Zentrum der GIMF-Propagandaarbeit stehen einerseits der Kampf gegen den Westen allgemein, andererseits insbesondere auch der Kampf gegen die westlichen »Besatzer« in Afghanistan und im Irak sowie die dort herrschende, als vom Islam abtrünnig angesehene Staatsmacht. Ferner wird aktiv für den »Islamischen Staat Irak« geworben.

Permanent werden verschiedenste Beiträge eingestellt, die häufig aus dem Arabischen übersetzt werden. Ferner werden Links zu anderen Jihad-Seiten angezeigt und Zugriffe auf einschlägige Videos ermöglicht. Selbst für Handys werden entsprechende Downloads bereitgehalten.
Mittels verschiedener Downloadmöglichkeiten können beispielsweise Angriffe auf amerikanische Stützpunkte im Irak und Afghanistan nachvollzogen werden, die etwa unter Überschriften wie »Das Verbrennen der Amerikaner in Khurasan (Afghanistan)« oder »Beschuss eines Standorts der Götzengarde mit C5K-Raketen« veröffentlicht werden.

Die Medienschwert-Kampagne

Im Juni dieses Jahres wurde die so genannte ,»Medienschwert-Kampagne« der GIMF bekannt. Darin geht es um konkrete Möglichkeiten der Unterstützung für den Jihad. Unter Verweis auf die großen Opfer, die die Mitarbeiter zur Vorbereitung der Medienoffensive erbracht haben, werden sämtliche Glaubensbrüder und -schwestern aufgerufen, sich in der einen oder anderen Form zu beteiligen. Es gäbe keine Entschuldigung, der »Medienschwert-Kampagne, die den islamischen Staat verteidigt«, fernzubleiben.

Konkret werden gesucht:

  • Gelehrte (Fachkundige der islamischen Scharia),
  • Übersetzer,
  • Fachkundige zur Produktion und Bearbeitung von Videos,
  • IT-Spezialisten,
  • Mediendesigner (für Webseiten, Zeitschriften etc.),
  • Hacker und Sicherheitsexperten.


Selbst wer keine dieser Qualifikationen besitze, könne sich beteiligen, indem er oder sie Themen der Kampagne in sämtlichen, insbesondere auch nicht-islamischen oder nichtjihadistischen Foren verbreite. Weitere Möglichkeiten der Mitarbeit bestünden in der Teilnahme an Live-Programmen verschiedener TV-Sender durch massenhafte Anrufe oder durch E-Mails an Internetseiten von Nachrichtenagenturen und TV-Kanälen, um über den Jihad im Irak zu sprechen und die Kampagne bekannt zu machen. Selbst im Familien- und Freundeskreis und darüber hinaus könne man das Anliegen der Kampagne bekannt machen, indem man beispielsweise eine CD mit verschiedenen Veröffentlichungen diskret in die Tasche, den Einkaufskorb, Briefkasten etc. lege.

Verhaftungen in Österreich

Seit dem 12. September 2007 sitzen zwei Verantwortliche der deutschsprachigen GIMF in Wien in Untersuchungshaft. Die Festgenommenen sind österreichische Staatsangehörige ägyptischer Herkunft.

Nach den Verhaftungen und der Löschung des GIMF-Forums und -Blogs wurde als Reaktion darauf angekündigt, die Arbeit fortzusetzen: »Wir werden immer wieder neue Seiten erstellen und auf diese Weise den Jihad unterstützen. (...) Ihr könnt machen was ihr wollt, macht so viele Festnahmen wie ihr wollt, löscht unseren Blog, so oft ihr wollt, löscht das Forum so oft ihr wollt, ihr werdet euer Ziel nie erreichen, wir werden immer weiter machen bis wir den Sieg erlangen oder das Märtyrertum. (sic!)«
Bereits seit mehreren Monaten gibt es Schwierigkeiten mit der Webseite der GIMF, die immer wieder geschlossen wurde, um dann kurze Zeit später unter einer leicht veränderten Adresse erneut online zu sein.

Die GIMF ist damit ein weiteres Beispiel dafür, dass dem Internet eine wesentliche Bedeutung als Radikalisierungsfaktor zukommt.

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