1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Islamismus

Salafismus

Ablehnung der Gleichberechtigung von Frau und Mann

Ablehnung der Gleichberechtigung von Frau und Mann
(© Facebook-Profil eines Salafisten (Stand: 16. Dezmber 2016))

Seit einigen Jahren verzeichnen die Verfassungsschutzbehörden in der salafistischen Szene stetig steigende Anhängerzahlen. Wenngleich die Steigerung nicht mehr in gleichem Maße wie in den Vorjahren erfolgte, wird diese islamistische Bewegung nach wie vor als eine der dynamischsten in Deutschland bewertet.

Das salafistische Personenpotenzial umfasste im Jahr 2018 ca. 230 Personen (2017: ca. 200). Es ist im Vergleich zum vorjahr um 15 % angewachsen. Damit entspricht die Entwicklung im Freistaat Sachsen dem auch bundesweit zu beobachtenden Trend.

Salafisten orientieren sich am Leben der ersten drei Generationen von Muslimen, welche auch als „Altvordere“ (arab. as-salaf as-salih) bezeichnet werden und im 7. bis 9. Jahrhundert lebten. Nach Ansicht der Salafisten führten nur diese Generationen ein gottgefälliges Leben, da sie es ausschließlich nach dem Koran und dem Leben des Propheten Mohammed (Sunna) ausrichteten. Salafisten orientieren sich nicht nur inhaltlich an den Vorstellungen der ersten Muslime und der islamischen Frühzeit, sondern auch an der damaligen Werteordnung. Sie streben eine Rechtsordnung an, die ausschließlich auf Koran und Sunna basiert. Die Einführung einer solchen Ordnung wird auch für westliche Länder, in denen Muslime leben, angestrebt. Insofern liegt auch eine politische Bestimmtheit vor, die über eine reine Glaubensfreiheit hinausgeht. Aus der buchstabengetreuen Auslegung von Koran und Sunna leitet sich das zentrale salafistische Glaubensverständnis ab. Dessen Kern besteht in der Auffassung der Einheit und Einzigartigkeit Gottes sowie in der Überzeugung, dass Gott der einzige legitime Souverän und Gesetzgeber sei.

Kernpunkte der salafistischen Ideologie sind insbesondere: die Ablehnung von Demokratie und Rechtsstaat, der absolute Geltungsanspruch der Scharia als allumfassende Lebensordnung, die Ablehnung der Gleichberechtigung von Mann und Frau und Abgrenzungsmechanismen gegenüber anderen Religionen bzw. vermeintlich Ungläubigen.

Marginalspalte

© Institution