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Landesamt für Verfassungsschutz

22.10.2018 - Wirtschaftsschutzforum 2018 – »Ins Netz gegangen – Mittelstand 4.0 und Elektronische Angriffe«

Staatssekretär Prof. Dr. Schneider und LfV-Präsident Meyer-Plath beim Wirtschaftsschutzforum 2018

Staatssekretär Prof. Dr. Schneider und LfV-Präsident Meyer-Plath beim Wirtschaftsschutzforum 2018
(© Wolfgang Schmidt)

Das Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen und die Sächsischen Industrie- und Handelskammern veranstalteten am 20. September 2018 in Chemnitz ein gemeinsames Wirtschaftsschutzforum zum Thema »Mittelstand 4.0 und Elektronische Angriffe«. Die Teilnehmer erhielten Informationen über Erkenntnisse und Angebote des Verfassungsschutzes, über digitale Forensik und Wirtschaftsschutz in der Praxis. Höhepunkt der Veranstaltung war ein Live-Hacking. Außerdem bestand die Möglichkeit zu Erfahrungsaustausch und Netzwerkbildung.


In seinem Grußwort betonte der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium des Innern, Herr Prof. Dr. Günther Schneider, die große Bedeutung eines starken und innovativen Mittelstandes für den Freistaat Sachsen. Diesen Mittelstand und seine Partner in Wissenschaft und Verwaltung gelte es in Zeiten zunehmender Digitalisierung zu bewahren und vor Aktivitäten fremder Nachrichtendienste zu schützen. Der Präsident des LfV Sachsen, Gordian Meyer-Plath, wies zudem in seinem Eingangsstatement auf die Chancen und Gefahren der Digitalisierung für die Wirtschaft hin. »Mehr Vernetzung bedeutet mehr Effizienz und Flexibilität aber auch eine größere Verwundbarkeit für die Unternehmen. Diese heutige Veranstaltung dient der Sensibilisierung, um den Blick für spionage- und sabotagerelevante Herausforderungen, in einer sich immer weiter vernetzenden Welt zu schärfen.« 

Im sich anschließenden Beitrag vom Landesamt für Verfassungsschutz wurde darüber aufgeklärt, dass illegaler Wissens- und Technologietransfer mittlerweile ein Massenphänomen geworden ist. Fallbeispiele machten deutlich, welche Brisanz elektronische Angriffe haben und dass auch kleine und mittelständische Unternehmen zum Ziel fremder Nachrichtendienste werden können: »Keiner ist zu klein, um Zielperson zu sein«. Der Verfassungsschutz biete eine flexible Sicherheitspartnerschaft mit umfangreichem Präventions- und Unterstützungspotenzial an, die sich in der Wirtschaft schon sehr bewährt habe. Damit verbunden war der Aufruf an den Mittelstand, sich aktiv an einer solchen vertrauensvollen Kooperation zu beteiligen. Nur so würden wirksamer Schutz und Unterstützung erst möglich.

Zum Höhepunkt der Veranstaltung erhielten die Teilnehmer eine praktische Vorstellung von der Leichtigkeit und Wirksamkeit elektronischer Angriffe. Der Experte für Industriesicherheit Götz Schartner führte mehrere solcher Angriffe vor und wies auf »häufig offene Einfallstore« hin.

Professor Dr. Labudde von der Hochschule Mittweida zeigte in seinem Vortrag zu digitaler Forensik auf, dass jeder Nutzer viel mehr Spuren im Internet hinterlässt, als er glaubt. Er wies insbesondere darauf hin, dass nach wie vor häufig Menschen in elektronische Angriffe eingebunden sind, gerade auch auf Seiten der Betroffenen. Die Angreifer erkunden oft ohne größere Schwierigkeiten geeignete Schwachstellen der angegriffenen Unternehmen. Mit einem geschickten Social Engineering nähern sie sich dann etwa den Mitarbeitern der  Unternehmen und lancieren so ihre Schadsoftware an die gewünschten Stellen. Die Bereinigung der betroffenen Systeme seien dann regelmäßig mit einem hohen Aufwand verbunden.

Zum Abschluss der Veranstaltung schlug der Leiter Unternehmenssicherheit der Infineon Technologies Dresden GmbH, Ronny Thiele, den Bogen zum Wirtschaftsschutz in der Praxis. Er berichtete über ausgewählte Sicherungsmaßnahmen gegen elektronische Angriffe in seinem Unternehmen und bestätigte dabei die vorangegangenen Ausführungen. Der Bericht machte deutlich, dass gute Unternehmenssicherheit mit angemessenem Aufwand auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen realisierbar ist.

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