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Rechtsextremismus

Der Dritte Weg (III. Weg)

Parteilogo

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(© www.der-dritte-weg.info)

Die Partei DER DRITTE WEG steigerte ihr Mitgliederpotenzial im Jahr 2018 noch einmal um mehr als ein Drittel (2018: 125 Personen, 2017: 90). Sie hatte schon im Vorjahr starken Zulauf von mehr als 30 % verbuchen können. DER DRITTE WEG bleibt damit eine der expansivsten rechtsextremistischen Strukturen in Sachsen. Aufgrund der neonationalsozialistischen Ausrichtung verfügt sie neben ihrem Mitgliederpotenzial über ein signifikantes Unterstützerumfeld innerhalb des parteiungebundenen Rechtsextremismus. Die Partei genießt in der rechtsextremistischen Szene eine hohe Attraktivität. Sie verfügt über ein sehr aktives und bundesweit vernetztes Führungspersonal und konnte dadurch ihre Aktivitäten im Berichtsjahr weiter steigern.

 

Historie und Strukturentwicklung

Die Partei DER DRITTE WEG wurde am 28. September 2013 in Heidelberg (Baden-Württemberg) gegründet. Parteivorsitzender ist Klaus ARMSTROFF, ein in Rheinland-Pfalz aktiver Rechtsextremist und langjähriger NPD-Funktionär. Zur Bundestagswahl 2017 trat die Partei nicht an.
Gemäß ihrer Satzung hat die Partei bereits bundesweit mehrere „Gebietsverbände“ („Süd, West und Mitte“) aufgebaut. Der erste „Gebietsverband Mitte“ wurde am 9. Januar 2016 in Berlin gegründet. Dieser umfasst die Bundesländer Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin mit insgesamt zehn „Stützpunkten“. Mit der Etablierung dieses „Gebietsverbandes“ wurde eine neue Strukturebene geschaffen. Im Februar 2015 wurde im Vogtlandkreis der „Stützpunkt Vogtland“ gegründet. Dieser umfasst länderübergreifend die regionalen Grenzgebiete von Bayern, Thüringen und Sachsen. Im April 2015 wurde der länderübergreifende „Stützpunkt Mittelland“ gegründet, zu dem die Städte Leipzig, Halle, Merseburg und das Umland zählen. Am 24. März 2017 gingen aus dem 2015 gegründeten „Stützpunkt Mittelsachsen/Erzgebirge“ die „Stützpunkte Westsachsen“ und „Mittelsachsen“ hervor. Nach eigenen Angaben vereint der „Stützpunkt Westsachsen“ als Aktionsraum das Gebiet Erzgebirge sowie die Städte Zwickau, Chemnitz und deren Umland. Der „Stützpunkt Mittelsachsen“ umfasst den Landkreis Mittelsachsen.

Im Freistaat Sachsen ist es der Partei gelungen, von den bundesweit gegründeten 18 „Stützpunkten“ vier zum Teil länderübergreifende „Stützpunkte“ mit sächsischen Mitgliedern zu etablieren und zu festigen. Zahlreiche ehemals führende Mitglieder neonationalsozialistischer Strukturen sind weiterhin an exponierter Stelle in der Partei aktiv.
Die Gründung der Partei DER DRITTE WEG war vor allem taktisch motiviert. Viele ihrer Funktionäre und Mitglieder waren früher in rechtsextremistischen Strukturen aktiv, die staatlichen Exekutivmaßnahmen unterlagen oder solche befürchteten. Sie nutzen das Parteienprivileg zur Verhinderung von vereinsrechtlichen Maßnahmen.

 

Ideologie/ Politische Zielsetzung

Ideologisch orientiert sich die Partei am historischen Nationalsozialismus. Das Parteiprogramm der Partei DER DRITTE WEG und das Parteiprogramm der NSDAP verbindet ein biologischer Volksbegriff (Punkt 4 des Parteiprogramms der NSDAP). Dort hieß es, dass nur derjenige „Volksgenosse“ sein könne, der „deutschen Blutes“ sei. Entsprechend fordert die Partei DER DRITTE WEG in Punkt 7 ihres Programms „die Erhaltung und Entwicklung der biologischen Substanz des Volkes“ und in Punkt 4 die „Beibehaltung der nationalen Identität des deutschen Volkes“, die es vor Überfremdung zu schützen gelte.

Alle Aktivitäten der Partei DER DRITTE WEG ordnen sich in dieses Weltbild ein. Sie manifestieren den Anspruch der Partei, die nur äußerlich an die heutige Zeit angepasste nationalsozialistische Ideologie der historischen NSDAP zu verbreiten.

 

Aktivitäten

Die Partei DER DRITTE WEG ist die aktivste rechtsextremistische Parteistruktur in Sachsen. Aufgrund ihrer neonationalsozialistischen Ausrichtung erfreut sie sich hoher Attraktivität innerhalb der neonationalsozialistischen Szene. Mit ihrer gefestigten Ideologie gehen auch eine hohe Aktionsmotivation und damit ein hohes Niveau an Aktivitäten einher. Dies wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Im Jahr 2018 war vor allem eine Steigerung der Aktionen zur Mitgliedergewinnung wie auch der die Konfrontations- und Gewaltbereitschaft der Mitglieder erhöhenden Aktivitäten festzustellen.
Es ist daher damit zu rechnen, dass Angehörige der Partei DER DRITTE WEG in Zukunft verstärkt in Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner, aber auch mit Personen mit Migrationshintergrund und anderen Feindbildern der rechtsextremistischen Szene, treten werden. Gleichzeitig wird die Partei bestrebt sein, ihre Anschlussfähigkeit an das nichtextremistische bürgerliche Milieu aufrechtzuerhalten bzw. zu steigern.

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