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Aktuelles und Archiv

09.12.2013 - »Nazi-Outing« – Aktivitäten sächsischer Linksextremisten erreichen eine neue Qualität

Eine neue Qualität erreichte kürzlich ein »Nazi-Outing« in Ostsachsen. So wurde durch eine Facebook-Recherche bekannt, dass Linksextremisten unter vorgetäuschten Identitäten Kontakt zu einem Rechtsextremisten aus der Region Görlitz aufgenommen hatten, um dessen soziales und berufliches Umfeld auszuforschen. Demnach gab sich die autonome Antifa als Zeitarbeitsfirma aus und vermittelte diesem Rechtsextremisten einen fiktiven Termin für ein angebliches Vorstellungsgespräch in Halle (Sachsen-Anhalt). Auf dem Weg dorthin sollte er offenbar in Leipzig tätlich angegriffen werden.

 


Über die Recherche wurde zudem bekannt, dass die betroffene Person bereits mehrfach bei seinem Arbeitgeber als Rechtsextremist denunziert und daraufhin gekündigt worden sei.
Die Aktion zeugt von einer gründlichen Ausforschung der betroffenen Person verbunden mit einem hohen logistischen Aufwand, aber auch von einer überregionalen Vernetzung der autonomen »Nazi-Outing«-Aktivisten. Die Ausforschung des beruflichen Umfeldes zielt besonders darauf ab, ihn in diesem Bereich zu schädigen. Neu ist, dass das »Nazi-Outing« nicht nur zur Denunziation, sondern auch für die Vorbereitung tätlicher Angriffe gegen Personen angewendet wird.

Im Freistaat Sachsen betreiben Linksextremisten im Rahmen ihres »Antifa«-Kampfes seit Jahren »Nazi-Outing«.
So brachten Unbekannte im Jahr 2010 am Dresdner Wohnhaus eines Mitarbeiters der sächsischen NPD-Landtagsfraktion einen Spruch an, in dem die Person namentlich benannt und als »Nazischwein« bezeichnet wurde. Parallel dazu erschien im Internet ein ausführlicher Bericht mit weiteren Informationen zu diesem »Geouteten«, einschließlich dessen Foto. Der Text enthielt den am Wohnhaus angebrachten Spruch und ein Flugblatt, auf dem es hieß: »Kein Frieden mit Faschisten« und »Achtung Nazi«. Einige Tage später ereignete sich ein Einbruchdiebstahl in der Wohnung des Geschädigten, worauf es im Internet hieß, dass dieser »die Flucht ergriffen« habe und das Geschehen zeige, »wie notwendig antifaschistische Politik da ist, wo rechte Gewalttäter geschützt von der Polizei die Straße kontrollieren« würden.
Aktuell setzen sich die bereits im Vorjahr festgestellten anonymen Bedrohungen und Nötigungen von Arbeitgebern vermeintlicher oder tatsächlicher Rechtsextremisten fort. Z. B. wurde im Mai ein Baumarkt in Sachsen per E-Mail auf einen vermeintlichen Rechtsextremisten hingewiesen, der angeblich dort beschäftigt sei und es wurde dessen »sofortige Entlassung« gefordert. Bei Nichtbeachtung wurde das »Abfackeln« des Marktes angedroht.

Das so genannte »Nazi-Outing« ist eine Strategie, welche die autonome Antifa bereits seit Längerem anwendet. Dabei publizieren Mitglieder der Antifa private Informationen wie Name, Foto, Adresse, Autokennzeichen, Arbeitgeber oder Account-Daten zu sozialen Netzwerken von tatsächlichen oder vermeintlichen Rechtsextremisten. Dies geschieht entweder mittels Flugblättern, die in der privaten oder beruflichen Umgebung der Betroffenen verteilt werden, oder – mittlerweile sehr ausgeprägt – über Internetportale. Das Ziel besteht darin, Personen, die nach Interpretation der Antifa als »Nazis« eingeschätzt werden, in der Öffentlichkeit bloß zu stellen, um sie schließlich gesellschaftlich zu ächten und diesen – wo möglich –auch ihre materielle Basis zu entziehen.
Straftaten, die im Zusammenhang mit »Outings« stattfinden, werden zumindest billigend in Kauf genommen. Diese können sich auch gegen vermeintliche Unterstützer von »Nazis« richten. So wird fallweise Druck auf die Arbeitgeber missliebiger Personen ausgeübt mit der mehr oder weniger direkten Drohung, dass sich Straftaten auch gegen diese richten könnten oder dass ihr Ruf geschädigt werden könnte, indem sie als angebliche Unterstützer von »Nazis« öffentlich gebrandmarkt werden.

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